{"id":900114,"date":"2026-08-23T18:29:50","date_gmt":"2026-08-23T16:29:50","guid":{"rendered":"https:\/\/customersuccess.eu\/?p=900114"},"modified":"2026-08-23T20:46:10","modified_gmt":"2026-08-23T18:46:10","slug":"customer-success-management-definition-und-abgrenzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/customersuccess.eu\/index.php\/2026\/08\/23\/customer-success-management-definition-und-abgrenzung\/","title":{"rendered":"Customer Success Management: Definition und Abgrenzung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Unternehmen ernennt Customer Success Manager und geht davon aus, damit Customer Success Management eingef\u00fchrt zu haben. Ein anderes benennt seinen Support um. Ein drittes verteilt Onboarding, Kundenbindung und Vertragsverl\u00e4ngerung auf dieselbe Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Unterschiede sind kein Zufall. Die wissenschaftliche Literatur beschreibt Customer Success Management sowohl als Weiterentwicklung bestehender Kundenmanagementans\u00e4tze als auch als organisatorische Funktion und konkrete Rolle. Daraus entstehen in der Praxis unterschiedliche Ausgestaltungen und Begriffsverwendungen (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2020.08.001\">Hilton et al., 2020<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-31563-4_18\">Ulaga, Eggert und Gehring, 2020<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine belastbare Customer Success Management Definition muss deshalb vier Ebenen unterscheiden: den Erfolg des Kunden, die Managementdisziplin, ihre organisatorische Verankerung und die Rolle des Customer Success Managers. Wer diese Ebenen vermischt, erzeugt unklare Verantwortlichkeiten, widerspr\u00fcchliche Ziele und ungeeignete Kennzahlen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Customer Success<\/strong> bezeichnet die nachvollziehbare Zielerreichung des Kunden, zu der die Nutzung eines Produktes oder einer Dienstleistung beitr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Customer Success Management<\/strong> organisiert die gemeinsame Arbeit an Kundenzielen, Nutzung, Wertrealisierung und messbaren Ergebnissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>Customer-Success-Funktion<\/strong> verankert diese Managementdisziplin durch Verantwortlichkeiten, Prozesse, Daten, Ressourcen und Kennzahlen im Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein <strong>Customer Success Manager<\/strong> setzt Teile dieses Systems f\u00fcr bestimmte Kunden oder Kundensegmente operativ um.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Unternehmen kann daher Customer Success Management betreiben, ohne eine eigenst\u00e4ndige Abteilung aufzubauen. Umgekehrt beweist die Stellenbezeichnung \u201eCustomer Success Manager\u201c noch nicht, dass tats\u00e4chlich Customer Success Management stattfindet. Die Forschung unterscheidet ebenfalls zwischen dem Managementansatz, seinen organisatorischen Strukturen und den ausf\u00fchrenden Rollen (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2022.02.003\">Kleinaltenkamp, Prohl-Schwenke und Ker\u00e4nen, 2022<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet Customer Success?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success l\u00e4sst sich zun\u00e4chst mit \u201eKundenerfolg\u201c \u00fcbersetzen. Diese \u00dcbersetzung reicht jedoch nicht aus. Denn Kundenerfolg bedeutet mehr als Zufriedenheit, eine hohe Produktnutzung oder eine langj\u00e4hrige Gesch\u00e4ftsbeziehung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ulaga, Eggert und Gehring verstehen Customer Success als den vom Kunden wahrgenommenen Erfolg, gew\u00fcnschte Ergebnisse durch die Nutzung eines Anbieterangebots zu erreichen. Der Blick richtet sich damit nicht allein auf Eigenschaften des Produktes, sondern auf das Ergebnis, das w\u00e4hrend der Anwendung beim Kunden entsteht (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-31563-4_18\">Ulaga, Eggert und Gehring, 2020<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmen kaufen Produkte und Dienstleistungen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Sie wollen beispielsweise Kosten reduzieren, Prozesse beschleunigen, Risiken senken oder zus\u00e4tzliche Ums\u00e4tze erzielen. Der Kauf schafft daf\u00fcr zun\u00e4chst nur eine Voraussetzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Nutzen entsteht w\u00e4hrend der Verwendung und Integration des Angebots in die Prozesse des Kunden. Die Forschung bezeichnet diesen im Anwendungskontext entstehenden Nutzen als <strong>Value-in-Use<\/strong>. Er h\u00e4ngt nicht allein von der Produktqualit\u00e4t ab. Auch F\u00e4higkeiten, Entscheidungen, Ressourcen und Prozesse des Kunden beeinflussen das Ergebnis (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Ein Unternehmen f\u00fchrt eine Software ein, um die Bearbeitungszeit seiner Kundenanfragen um 20 Prozent zu reduzieren. Die technische Inbetriebnahme verl\u00e4uft erfolgreich. Alle Besch\u00e4ftigten erhalten einen Zugang und nehmen an einer Schulung teil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist die L\u00f6sung implementiert. Der angestrebte Kundenerfolg ist jedoch erst erreicht, wenn ihre Nutzung tats\u00e4chlich zur Verk\u00fcrzung der Bearbeitungszeit beitr\u00e4gt und sich dieser Fortschritt nachvollziehbar belegen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neuere Forschung pr\u00e4zisiert das Konzept weiter. Gehring, Ulaga, Eggert und Hochstein verstehen Customer Success als organisations\u00fcbergreifendes Leistungskonzept. Es entsteht, wenn ma\u00dfgebliche Akteure auf Kunden- und Anbieterseite \u00fcberzeugt sind, dass die Zusammenarbeit und Nutzung des Angebots zur Zielerreichung des Kunden beitragen. Die Autor*innen unterscheiden drei Dimensionen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>den Grad der erreichten Kundenziele,<\/li>\n\n\n\n<li>die \u00dcbereinstimmung der Erfolgsbewertung zwischen Kunde und Anbieter sowie<\/li>\n\n\n\n<li>die Sichtbarkeit der erreichten Ergebnisse<br>(vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11747-025-01121-5\">Gehring et al., 2026<\/a>).<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus diesen Forschungsans\u00e4tzen l\u00e4sst sich folgende Arbeitsdefinition ableiten:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Arbeitsdefinition:<\/strong> Customer Success ist die zwischen Kunde und Anbieter abgestimmte, vom Kunden wahrgenommene und nachvollziehbar sichtbare Zielerreichung, zu der die Nutzung des Angebots beitr\u00e4gt.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eigene Verdichtung auf Grundlage von <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-31563-4_18\">Ulaga, Eggert und Gehring, 2020<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11747-025-01121-5\">Gehring et al., 2026<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success bleibt trotzdem der Erfolg des Kunden. Der Anbieter kann geeignete Voraussetzungen schaffen, Wissen vermitteln, Hindernisse bearbeiten und Ressourcen koordinieren. Er kann die Zielerreichung jedoch nicht einseitig herstellen oder garantieren. Beide Organisationen m\u00fcssen ihre Ziele und Beitr\u00e4ge aufeinander abstimmen. Die Forschung betont deshalb den organisations\u00fcbergreifenden und ko-kreativen Charakter des Customer Success (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-31563-4_18\">Ulaga, Eggert und Gehring, 2020<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11747-025-01121-5\">Gehring et al., 2026<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist Customer Success Management?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success Management bezeichnet nicht das Ergebnis, sondern den Managementansatz, der darauf ausgerichtet ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hochstein, Rangarajan, Mehta und Kocher beschreiben Customer Success Management als proaktive Gestaltung der Kundenbeziehung mit dem Ziel, das Wertpotenzial eines Angebots f\u00fcr den Kunden zu realisieren. Damit heben sie insbesondere die Proaktivit\u00e4t und die Ausrichtung auf Wertrealisierung hervor (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670519896422\">Hochstein et al., 2020<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success Management unterscheidet sich dadurch von einem Kundenmanagement, das vor allem auf eingehende Anfragen, St\u00f6rungen oder anstehende Vertragsverl\u00e4ngerungen reagiert. Es soll Entwicklungen erkennen und bearbeiten, bevor fehlende Nutzung oder ausbleibender Kundennutzen zu Unzufriedenheit und Abwanderung f\u00fchren (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670519896422\">Hochstein et al., 2020<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success Management umfasst deshalb mehr als regelm\u00e4\u00dfige Kundengespr\u00e4che. Die Managementdisziplin verbindet insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die gemeinsame Kl\u00e4rung und Operationalisierung von Kundenzielen,<\/li>\n\n\n\n<li>die \u00dcbergabe des Wertversprechens aus dem Vertrieb,<\/li>\n\n\n\n<li>Onboarding und Bef\u00e4higung,<\/li>\n\n\n\n<li>die Entwicklung einer wertschaffenden Nutzung,<\/li>\n\n\n\n<li>die \u00dcberwachung von Fortschritten und Risiken,<\/li>\n\n\n\n<li>die Einbindung relevanter Stakeholder,<\/li>\n\n\n\n<li>die funktions\u00fcbergreifende Bearbeitung von Hindernissen sowie<\/li>\n\n\n\n<li>die Messung und Kommunikation erreichter Ergebnisse.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Aufgaben ergeben sich aus der wissenschaftlichen Einordnung von Customer Success Management als proaktiver, nutzungs- und ergebnisorientierter Managementansatz. Die Forschung hebt dabei Zielkl\u00e4rung, Bef\u00e4higung, Wertrealisierung, Erfolgsnachweis und funktions\u00fcbergreifende Orchestrierung hervor (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Hochstein et al., 2021<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp beziehen in ihr Verst\u00e4ndnis sowohl kundenbezogene Aktivit\u00e4ten als auch die daf\u00fcr erforderlichen Strukturen und Prozesse des Anbieters ein. Customer Success Management findet damit nicht allein im Gespr\u00e4ch zwischen einem Customer Success Manager und seinem Ansprechpartner statt. Es ist eine organisations\u00fcbergreifende Steuerungsaufgabe (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgt eine zweite Arbeitsdefinition:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Arbeitsdefinition:<\/strong> Customer Success Management ist die proaktive Managementdisziplin, welche Zielkl\u00e4rung, Nutzung, Wertrealisierung und Erfolgsnachweis \u00fcber den Kundenlebenszyklus hinweg systematisch organisiert.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eigene Verdichtung auf Grundlage von <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670519896422\">Hochstein et al., 2020<\/a>, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Hochstein et al., 2021<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Definition stellt den Kundenerfolg in den Mittelpunkt. Gleichzeitig verfolgt der Anbieter legitime wirtschaftliche Ziele. Gut gestaltete Customer-Success-Aktivit\u00e4ten k\u00f6nnen die Value-in-Use-Erfahrung sowie Wiederkaufentscheidungen unterst\u00fctzen. Customer Health, Produktnutzung, Beziehungsqualit\u00e4t und Wertrealisierung bilden zudem wichtige Grundlagen f\u00fcr die Steuerung von Retention und Churn (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.ijresmar.2023.05.004\">Hochstein et al., 2023<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie diese wirtschaftliche Logik wirkt, erl\u00e4utert der Beitrag <a href=\"https:\/\/customersuccess.eu\/index.php\/2026\/08\/04\/warum-unternehmen-customer-success-management-brauchen\/\">\u201eWarum Unternehmen Customer Success Management brauchen\u201c<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vier Begriffe, die Unternehmen unterscheiden sollten<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th>Ebene<\/th><th>Bedeutung<\/th><th>Zentrale Frage<\/th><th>Beispiel<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Customer Success<\/strong><\/td><td>Das angestrebte Ergebnis des Kunden<\/td><td>Erreicht der Kunde seine Ziele?<\/td><td>Die Bearbeitungszeit sinkt um 20 Prozent.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Customer Success Management<\/strong><\/td><td>Die Managementdisziplin<\/td><td>Wie unterst\u00fctzen und \u00fcberpr\u00fcfen wir die Wertrealisierung?<\/td><td>Ziele, Ma\u00dfnahmen und Kennzahlen werden systematisch gesteuert.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Customer-Success-Funktion<\/strong><\/td><td>Die organisatorische Verankerung<\/td><td>Wer tr\u00e4gt welche Verantwortung?<\/td><td>Prozesse, Rollen, Daten und \u00dcbergaben werden verbindlich geregelt.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Customer Success Manager<\/strong><\/td><td>Eine konkrete Rolle<\/td><td>Wer orchestriert die Zusammenarbeit mit bestimmten Kunden?<\/td><td>Ein CSM steuert Success Plans, Adoption, Risiken und Business Reviews.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eigene Darstellung auf Grundlage der begrifflichen und organisatorischen Unterscheidungen bei <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-31563-4_18\">Ulaga, Eggert und Gehring, 2020<\/a>, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2020.08.001\">Hilton et al., 2020<\/a> und <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unterscheidung verhindert, dass eine einzelne Person f\u00fcr den gesamten Kundenerfolg verantwortlich gemacht wird. Ein Customer Success Manager kann die erforderlichen Beitr\u00e4ge koordinieren. Er kann jedoch weder die Produktentwicklung, den Support noch die Organisation des Kunden ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist die Customer-Success-Funktion?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Customer-Success-Funktion beschreibt die organisatorische F\u00e4higkeit eines Unternehmens, Kundenerfolg systematisch zu unterst\u00fctzen. Sie \u00fcberf\u00fchrt die Managementdisziplin in konkrete Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eFunktion\u201c bedeutet dabei nicht zwingend \u201eAbteilung\u201c. Hilton et al. zeigen, dass Customer Success Management als Managementpraxis, funktionale Einheit oder einzelne Rolle auftreten kann. Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp beziehen ebenfalls sowohl kundenbezogene Aktivit\u00e4ten als auch die zugeh\u00f6rigen Strukturen und Prozesse ein (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2020.08.001\">Hilton et al., 2020<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein kleineres Unternehmen kann die Verantwortung daher auf mehrere Rollen verteilen. Beispielsweise k\u00f6nnen Account Management, Onboarding und Service einzelne Customer-Success-Aufgaben \u00fcbernehmen. Das funktioniert jedoch nur, wenn das Unternehmen die verschiedenen Handlungslogiken, Zust\u00e4ndigkeiten und Zielkonflikte ausdr\u00fccklich gestaltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Forschung zur Einf\u00fchrung von Customer Success Management zeigt, dass Angebotskomplexit\u00e4t, erwarteter und erlebter Kundenwert, interne F\u00e4higkeiten und Koordinationsanforderungen den Bedarf an Customer-Success-Strukturen beeinflussen. Deshalb existiert kein Organisationsmodell, das f\u00fcr jedes Unternehmen gleicherma\u00dfen geeignet w\u00e4re (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2022.02.003\">Kleinaltenkamp, Prohl-Schwenke und Ker\u00e4nen, 2022<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine wirksame Customer-Success-Funktion ben\u00f6tigt mindestens:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis von Kundenerfolg,<\/li>\n\n\n\n<li>definierte Kundensegmente und Betreuungsmodelle,<\/li>\n\n\n\n<li>verbindliche Prozesse und \u00dcbergaben,<\/li>\n\n\n\n<li>geeignete Kunden-, Nutzungs- und Ergebnisdaten,<\/li>\n\n\n\n<li>abgestimmte Kennzahlen,<\/li>\n\n\n\n<li>ausreichende Kapazit\u00e4ten sowie<\/li>\n\n\n\n<li>klare Eskalations- und Entscheidungswege.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Aufz\u00e4hlung stellt eine managementorientierte Verdichtung der in der Forschung beschriebenen Aktivit\u00e4ten, Strukturen und Implementierungstreiber dar (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2022.02.003\">Kleinaltenkamp, Prohl-Schwenke und Ker\u00e4nen, 2022<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Funktion schafft damit den organisatorischen Rahmen. Sie entscheidet beispielsweise, wer Kundenziele dokumentiert, Risiken bewertet, Success Plans pflegt oder den erreichten Wert gegen\u00fcber Entscheidern sichtbar macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist eine Managementaufgabe. Die Verantwortung darf nicht allein bei den Customer Success Managern liegen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was macht ein Customer Success Manager?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Customer Success Manager ist eine Rolle innerhalb des Customer-Success-Systems. Er betreut meist ein definiertes Kundenportfolio oder ein bestimmtes Kundensegment.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ulaga, Eggert und Gehring beschreiben den Customer Success Manager als Rolle, welche die erfolgreiche Nutzung des Anbieterangebots unterst\u00fctzt und die Aktivit\u00e4ten von Kunde und Anbieter miteinander verbindet. Hochstein et al. heben zus\u00e4tzlich die langfristige, beratende und funktions\u00fcbergreifende Ausrichtung hervor (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-31563-4_18\">Ulaga, Eggert und Gehring, 2020<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Hochstein et al., 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den Kernaufgaben geh\u00f6ren typischerweise:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Kundenziele verstehen und konkretisieren,<\/li>\n\n\n\n<li>Success Plans entwickeln und fortschreiben,<\/li>\n\n\n\n<li>Adoption und Nutzung bewerten,<\/li>\n\n\n\n<li>Risiken fr\u00fchzeitig erkennen,<\/li>\n\n\n\n<li>relevante Stakeholder einbinden,<\/li>\n\n\n\n<li>Business Reviews vorbereiten und durchf\u00fchren,<\/li>\n\n\n\n<li>den realisierten Kundenwert sichtbar machen sowie<\/li>\n\n\n\n<li>interne Fachbereiche im Sinne des Kundenerfolgs koordinieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zusammenstellung verdichtet die in der Forschung beschriebenen Aufgaben der Bef\u00e4higung, Nutzungsentwicklung, Wertrealisierung, Erfolgsdarstellung und internen Kundenvertretung (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Hochstein et al., 2021<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Customer Success Manager erbringt dabei nicht jede ben\u00f6tigte Leistung selbst. Er muss keinen technischen Fehler beheben, keine individuelle Entwicklung programmieren und nicht jede kommerzielle Verhandlung f\u00fchren. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, zu erkennen, welche Beitr\u00e4ge erforderlich sind, und deren Umsetzung zu orchestrieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success Manager k\u00f6nnen au\u00dferdem zus\u00e4tzliche Kundenbedarfe identifizieren und als qualifizierte Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten weitergeben. Die Forschung unterscheidet dabei zwischen der Identifikation von Expansionspotenzialen durch Customer Success und der kommerziellen Bearbeitung durch vertriebliche Rollen. Diese Aufteilung soll Zielkonflikte und Doppelarbeit begrenzen (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Hochstein et al., 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rolle ist damit ein wesentlicher Bestandteil des Customer Success Managements \u2013 aber nicht mit der gesamten Managementdisziplin gleichzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie grenzt sich Customer Success Management ab?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success Management arbeitet eng mit anderen kundenbezogenen Funktionen zusammen. Trotzdem unterscheiden sich ihre prim\u00e4ren Verantwortungslogiken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th>Funktion<\/th><th>Prim\u00e4re Verantwortung<\/th><th>Typisches Ergebnis<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Vertrieb<\/strong><\/td><td>Neukunden gewinnen und ein tragf\u00e4higes Wertversprechen entwickeln<\/td><td>Vertragsabschluss<\/td><\/tr><tr><td><strong>Onboarding und Professional Services<\/strong><\/td><td>Die vereinbarte L\u00f6sung einf\u00fchren<\/td><td>Betriebsf\u00e4hige Implementierung<\/td><\/tr><tr><td><strong>Support und Service<\/strong><\/td><td>Fragen beantworten und die Leistungsf\u00e4higkeit sichern<\/td><td>Gel\u00f6stes Anliegen oder wiederhergestellter Service<\/td><\/tr><tr><td><strong>Account Management<\/strong><\/td><td>Die kommerzielle Gesch\u00e4ftsbeziehung entwickeln<\/td><td>Renewal, Cross-Selling und Upselling<\/td><\/tr><tr><td><strong>Customer Success<\/strong><\/td><td>Zielerreichung und Wertrealisierung unterst\u00fctzen<\/td><td>Erreichter und sichtbarer Kundennutzen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eigene Darstellung auf Grundlage der Rollenabgrenzungen bei <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Hochstein et al., 2021<\/a> sowie der konzeptionellen Differenzierung von Value-based Selling, Customer Success Management und Key Account Management bei <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2026.01.009\">Wengler et al., 2026<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Zuordnung beschreibt prim\u00e4re Verantwortlichkeiten. Sie verbietet keine Zusammenarbeit und verlangt nicht f\u00fcr jede Aufgabe eine eigene Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehrere Verantwortungen k\u00f6nnen in einer Rolle zusammenkommen. Das Unternehmen muss dann m\u00f6gliche Zielkonflikte bewusst steuern. Wer gleichzeitig Adoption f\u00f6rdern, Supportf\u00e4lle bearbeiten, Vertr\u00e4ge verl\u00e4ngern und Verkaufsziele erreichen soll, ben\u00f6tigt klare Priorit\u00e4ten und ausreichende Kapazit\u00e4ten. Hochstein et al. begr\u00fcnden die organisatorische Trennung von Service-, Customer-Success- und Vertriebsaufgaben gerade mit solchen Zielkonflikten und der notwendigen Spezialisierung der Kundenrollen (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Hochstein et al., 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Abgrenzung zum Account Management l\u00e4sst sich die Unterscheidung folgenderma\u00dfen verdichten:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Arbeitsabgrenzung:<\/strong> Customer Success steuert, ob der Kunde seine Ziele mit der L\u00f6sung erreicht. Account Management steuert, wie sich die Gesch\u00e4ftsbeziehung f\u00fcr den Anbieter wirtschaftlich entwickelt.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eigene Verdichtung auf Grundlage von <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Hochstein et al., 2021<\/a> und <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2026.01.009\">Wengler et al., 2026<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Funktionen betreuen denselben Kunden. Sie tragen jedoch Verantwortung f\u00fcr unterschiedliche, eng miteinander verbundene Ergebnisse.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum diese Unterscheidung wirtschaftlich wichtig ist<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success Management erzeugt wirtschaftliche Wirkung nicht allein durch zus\u00e4tzliche Kundenkontakte. Die Wirkung entsteht \u00fcber eine Kette miteinander verbundener Ergebnisse:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wirkungslogik:<\/strong> Wertversprechen \u2192 erfolgreiche Einf\u00fchrung \u2192 Adoption \u2192 Zielerreichung \u2192 sichtbarer Kundenwert \u2192 Retention und Expansion<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eigene Verdichtung auf Grundlage von <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.ijresmar.2023.05.004\">Hochstein et al., 2023<\/a> und <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11747-025-01121-5\">Gehring et al., 2026<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bricht diese Kette ab, k\u00f6nnen einzelne Kennzahlen ein falsches Bild vermitteln. Eine hohe Zahl aktiver Nutzer belegt noch keinen Gesch\u00e4ftsnutzen. Ein positives Kundengespr\u00e4ch beweist keine Zielerreichung. Auch ein Renewal kann aus Wechselkosten, Abh\u00e4ngigkeiten oder vertraglicher Bindung entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success Management soll deshalb Nutzungssignale mit Kundenzielen und Ergebnissen verbinden. Empirische Forschung zeigt, dass Kund*innen Customer-Success-Aktivit\u00e4ten danach beurteilen, ob sie den Value-in-Use steigern und sichtbar machen. Gut gestaltete Aktivit\u00e4ten k\u00f6nnen dadurch Wiederkaufentscheidungen unterst\u00fctzen (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Health verbindet Beziehungsqualit\u00e4t, Produktnutzung und Wertrealisierung. Diese Dimensionen unterst\u00fctzen Anbieter dabei, gef\u00e4hrdete Kundenbeziehungen zu erkennen und Ma\u00dfnahmen gezielter zu steuern. Ihr Zusammenhang mit Retention h\u00e4ngt jedoch von der konkreten Ausgestaltung des Customer Success Managements ab (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.ijresmar.2023.05.004\">Hochstein et al., 2023<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmen sollten daher f\u00fcnf Fragen beantworten:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Welche Ergebnisse wollen unsere Kunden mit der L\u00f6sung erreichen?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie operationalisieren und \u00fcberpr\u00fcfen wir diese Ergebnisse?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer tr\u00e4gt f\u00fcr jeden Schritt der Wertrealisierung Verantwortung?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Daten zeigen Nutzung, Risiken und Fortschritte?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie arbeiten Vertrieb, Onboarding, Service, Produkt und Customer Success zusammen?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Fragen bilden einen praxisorientierten Pr\u00fcfraster, der aus den Forschungsfeldern Zielkl\u00e4rung, Value-in-Use, Customer Health und organisatorischer Implementierung abgeleitet wurde (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2022.02.003\">Kleinaltenkamp, Prohl-Schwenke und Ker\u00e4nen, 2022<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.ijresmar.2023.05.004\">Hochstein et al., 2023<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11747-025-01121-5\">Gehring et al., 2026<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bleiben diese Fragen unbeantwortet, besteht eine Customer-Success-L\u00fccke \u2013 unabh\u00e4ngig von Organigramm und Stellenbezeichnungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Typische Missverst\u00e4ndnisse<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eWir haben Customer Success Manager. Also betreiben wir Customer Success Management.\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Rolle ohne Mandat, Prozesse, Daten und Schnittstellen bleibt begrenzt wirksam. Die Forschung bezieht deshalb neben kundenbezogenen Aktivit\u00e4ten ausdr\u00fccklich die notwendigen Strukturen und Prozesse ein (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eCustomer Success ist f\u00fcr den Erfolg des Kunden verantwortlich.\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kunde tr\u00e4gt selbst Verantwortung f\u00fcr Entscheidungen, Ressourcen, Prozesse und Ver\u00e4nderungen. Customer Success organisiert und unterst\u00fctzt die gemeinsame Wertrealisierung. Diese geteilte Verantwortung folgt aus dem organisations\u00fcbergreifenden Charakter des Kundenerfolgs (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11747-025-01121-5\">Gehring et al., 2026<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eCustomer Success ist moderner Support.\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Support und Customer Success besitzen unterschiedliche prim\u00e4re Arbeitslogiken. Support reagiert vor allem auf konkrete Anliegen und Produktprobleme. Customer Success verfolgt eine proaktive, wert- und ergebnisorientierte Perspektive (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670519896422\">Hochstein et al., 2020<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Hochstein et al., 2021<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eCustomer Success muss das Renewal abschlie\u00dfen.\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success schafft durch nachweisbaren Kundennutzen eine wesentliche Grundlage f\u00fcr das Renewal. Die kommerzielle Verantwortung kann trotzdem beim Account Management oder Vertrieb liegen. Welche Aufteilung sinnvoll ist, h\u00e4ngt vom gew\u00e4hlten Organisationsmodell ab (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Hochstein et al., 2021<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2026.01.009\">Wengler et al., 2026<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eEine intensive Nutzung beweist Kundenerfolg.\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nutzung ist eine Voraussetzung oder ein Indikator. Erst die Verbindung mit angestrebten Ergebnissen zeigt, ob relevanter Wert entstanden ist. Die wissenschaftliche Konzeption von Customer Success richtet sich daher auf Zielerreichung, \u00dcbereinstimmung und Sichtbarkeit \u2013 nicht allein auf Produktaktivit\u00e4t (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11747-025-01121-5\">Gehring et al., 2026<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Kundenerfolg braucht mehr als eine Rolle<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Customer Success ist das angestrebte Ergebnis des Kunden. Customer Success Management organisiert die gemeinsame Arbeit an diesem Ergebnis. Die Customer-Success-Funktion verankert daf\u00fcr Verantwortlichkeiten, Prozesse, Daten und Ressourcen. Der Customer Success Manager setzt wesentliche Teile dieses Systems f\u00fcr bestimmte Kunden um.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese begriffliche Trennung ist keine akademische Feinheit. Sie bestimmt, welche Aufgaben ein Unternehmen verteilt, welche Kompetenzen es ben\u00f6tigt und woran es seine Wirkung misst. Die Forschung zeigt entsprechend, dass Customer Success Management sowohl kundenbezogene Aktivit\u00e4ten als auch die daf\u00fcr notwendigen Strukturen, Prozesse und Rollen umfasst (vgl. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">Prohl-Schwenke und Kleinaltenkamp, 2021<\/a>; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2022.02.003\">Kleinaltenkamp, Prohl-Schwenke und Ker\u00e4nen, 2022<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zentrale Managementfrage lautet daher nicht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eHaben wir Customer Success Manager eingestellt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie lautet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eHaben wir die Wertrealisierung unserer Kunden so organisiert, dass Ziele, Beitr\u00e4ge, Fortschritte und Ergebnisse f\u00fcr beide Seiten nachvollziehbar werden?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst wenn ein Unternehmen diese Frage \u00fcberzeugend beantworten kann, wird aus einer Stellenbezeichnung eine wirksame Managementdisziplin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wissenschaftliche Grundlagen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Gehring, A., Ulaga, W., Eggert, A. &amp; Hochstein, B. (2026): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11747-025-01121-5\">Customer Success: An Interorganizational Performance Concept in Business Markets<\/a>. <em>Journal of the Academy of Marketing Science, 54<\/em>, 402\u2013425.<\/li>\n\n\n\n<li>Hilton, B., Hajihashemi, B., Henderson, C. M. &amp; Palmatier, R. W. (2020): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2020.08.001\">Customer Success Management: The Next Evolution in Customer Management Practice?<\/a>. <em>Industrial Marketing Management, 90<\/em>, 360\u2013369.<\/li>\n\n\n\n<li>Hochstein, B., Rangarajan, D., Mehta, N. &amp; Kocher, D. (2020): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670519896422\">An Industry\/Academic Perspective on Customer Success Management<\/a>. <em>Journal of Service Research, 23<\/em>(1), 3\u20137.<\/li>\n\n\n\n<li>Hochstein, B., Chaker, N. N., Rangarajan, D., Nagel, D. &amp; Hartmann, N. N. (2021): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1094670521997565\">Proactive Value Co-Creation via Structural Ambidexterity: Customer Success Management and the Modularization of Frontline Roles<\/a>. <em>Journal of Service Research, 24<\/em>(4), 601\u2013621.<\/li>\n\n\n\n<li>Hochstein, B., Voorhees, C. M., Pratt, A. B., Rangarajan, D., Nagel, D. M. &amp; Mehrotra, V. (2023): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.ijresmar.2023.05.004\">Customer Success Management, Customer Health, and Retention in B2B Industries<\/a>. <em>International Journal of Research in Marketing, 40<\/em>(4), 912\u2013932.<\/li>\n\n\n\n<li>Kleinaltenkamp, M., Prohl-Schwenke, K. &amp; Ker\u00e4nen, J. (2022): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2022.02.003\">What Drives the Implementation of Customer Success Management? Antecedents of Customer Success Management from Suppliers\u2019 and Customers\u2019 Perspectives<\/a>. <em>Industrial Marketing Management, 102<\/em>, 338\u2013350.<\/li>\n\n\n\n<li>Prohl-Schwenke, K. &amp; Kleinaltenkamp, M. (2021): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2021.05.004\">How Business Customers Judge Customer Success Management<\/a>. <em>Industrial Marketing Management, 96<\/em>, 197\u2013212.<\/li>\n\n\n\n<li>Ulaga, W., Eggert, A. &amp; Gehring, A. (2020): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-31563-4_18\">Customer Success: The Next Frontier in Business Markets?<\/a>. In: Bruhn, M., Burmann, C. &amp; Kirchgeorg, M. (Hrsg.): <em>Marketing Weiterdenken<\/em>, 357\u2013373. Springer Gabler.<\/li>\n\n\n\n<li>Wengler, S., Kleinaltenkamp, M., Heirati, N. &amp; Prohl-Schwenke, K. (2026): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.indmarman.2026.01.009\">Untangling Value-Based Customer Management Approaches in Business Markets: Value-Based Selling, Customer Success Management, Key Account Management<\/a>. <em>Industrial Marketing Management, 133<\/em>, 162\u2013174.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Customer Success l\u00e4sst sich zun\u00e4chst mit \u201eKundenerfolg\u201c \u00fcbersetzen. Diese \u00dcbersetzung reicht jedoch nicht aus. 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